Textilhersteller bieten eine Reihe von Stoffausrüstungen (Stoffe welche chemisch oder mechanisch behandelt werden) an, die das Textil in Bezug auf Schutz, Komfort und Leistung verbessern.
Man unterscheidet zwischen chemischen und mechanischen Ausrüstungen. In diesem Artikel gehen wir auf auf die wichtigsten mechanischen Gewebeausrüstungen und ihre Funktion ein.
Die mechanische Behandlung erfolgt in der Regel auf einer eigenständigen Maschine. Es können zwar einige Chemikalien verwendet werden, wie z.B. Schmiermittel, die beim Aufrauhen und Bürsten zum Einsatz kommen, aber diese dienen eher zur Unterstützung des Prozesses als zur Verleihung zusätzlicher Eigenschaften. Mechanische Veredelungen werden oft eingesetzt, um die Ästhetik des Designs zu verbessern und die Leistung zu verändern.

Unterschiedliche mechanische Behandlungen
Sanforisieren / Verdichten
Dies ist die häufigste Art der mechanischen Veredelung. Da während der Stoffproduktion das Textil meist stark gedehnt wird, schrumpft es nachher beim Waschen. Eine allzu starke Schrumpfung soll mit dem Sanforisieren/Verdichten verhindert werden.
Früher musste jedes Textil, welches auf einer Naturfaser basierte, zuerst zu Hause geschrumpft werden. Wer zum Beispiel in den 50er oder 60er Jahren eine Jeans kaufte, musste sie anziehen und sich dann in die Badewanne setzen, um sie zu schrumpfen. Durch Sanforisieren (bei gewebten Stoffen) oder Verdichten (bei Maschenware) wird der Stoff in eine engere Konstruktion gepresst, wodurch die Schrumpfung verringert wird. In der folgenden Abbildung wird der Stoff auf ein Gummiband gelegt, das über eine Walze gespannt wird. Wenn das Band von der Walze abläuft, verringert sich die Spannung und es zieht sich zusammen, wodurch die Fäden im Stoff enger zusammengedrückt werden.
Aufrauen / Bürsten
Beim Aufrauen wird der Stoff über eine Reihe von Walzen geführt, die mit kleinen, aufrecht stehenden Drähten versehen sind, die die einzelnen Fasern im Garn herausziehen und ein Finish erzeugen, das einem Flanelltuch ähnlich ist. Aufgerauhte Stoffe haben auch einen höheren Isolationswert, da die aufgerauhte Oberfläche dazu beiträgt, Luft einzuschliessen. Ein Beispiel dafür wäre die Innenseite von Kapuzenpullovern, die oft aufgerauht werden, um zu wärmen.
Das Bürsten ähnelt dem Aufrauen, aber anstelle von Drähten werden steife Nylonborsten verwendet. Beim Bürsten ist der Effekt weniger ausgeprägt als beim Aufrauen. Die Stoffe müssen sorgfältig ausgewählt werden, damit sich die Fasern frei bewegen können. Wenn die Garne zu eng sind, kann es sein, dass die Bürste oder das Rauhband nur wenig Wirkung zeigen.
Schmirgeln (Emerizing)
Für ein geschmirgeltes Finish, das manchmal auch als Velours- oder Pfirsichhaut-Finish bezeichnet wird, werden die Stoffe erneut über Walzen geführt, die jedoch anstelle von Drähten oder Bürsten mit Schmirgel bedeckt sind, einem Tuch, das ein Schleifmittel ist. Dadurch wird die Oberfläche des Stoffes leicht angeschliffen und es entsteht ein sehr feiner Flaum. Die meisten Stoffe können geschmirgelt werden, aber es ist Vorsicht geboten, da das Schmirgelmittel die Garne schwächen kann.
Kalandrieren/Satinieren
Bei diesem Verfahren wird der Stoff durch zwei oder mehr Walzen, von denen einige erhitzt sind, geführt und unter hohem Druck zusammengepresst. Das Ergebnis ist, dass der Stoff komprimierter, glatter und glänzender wird. Kalander können auch verwendet werden, um ein Chintz-Finish zu erzielen, das dem Stoff einen allgemeinen Glanz verleiht. Manchmal ist es auch möglich, eine der glatten Walzen durch eine gravierte Walze zu ersetzen, um dem Stoff ein geprägtes Aussehen zu verleihen. Die Prägung eines vorbereiteten Stoffes bewirkt, dass die verschiedenen Teile des Stoffes unterschiedlich gefärbt werden, so dass ein subtiler Ton-in-Ton-Effekt entsteht.
Plasma-Gewebeveredelung
Es gibt noch eine dritte Art der Veredelung, nämlich die Energie- oder speziell die Plasmabehandlung. Plasma gibt es schon seit einigen Jahren, aber es hat sich in der allgemeinen Textilveredelung nur wenig durchgesetzt und ist technisch gesehen eher ein Verstärkungsprozess als ein spezielles Finish. Das Gewebe wird durch ein Plasmafeld geleitet und je nach Art der Veredelung kann das Plasma entweder dazu verwendet werden, die Oberfläche der Fasern abzutragen/zu ätzen, so dass mehr Angriffsflächen für die Veredelungschemie entstehen, oder das Plasma erhöht die molekulare Ladung der Faser, so dass sie für die Veredelungschemie attraktiver wird. Textilhersteller, die Plasma verwenden, behaupten, dass sie dadurch weniger Chemikalien einsetzen müssen. Mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit werden wir also vielleicht mehr Plasmasysteme im Einsatz sehen.


