fbpx

Wieso soll Regenkleidung atmungsaktiv sein?

by | 12.08.2019 | EV Ratgeber

Diese Frage kann jeder schnell beantworten: Bei Arbeiten im Regen greifen wir alle gerne zur Regenjacke und -hose. Doch die Kleidung, die beim Spaziergang so gut vor Regen schützt, ist für aktives Arbeiten aus vielerlei Gründen nicht geeignet. Erstens wird es in normaler Regenbekleidung schnell warm und man beginnt zu schwitzen. Nach 20 Minuten ist man innen genauso nass wie von aussen. Zweitens ist normale Regenbekleidung meist zu dünn oder zu wenig robust und geht schnell kaputt. Speziell bei Arbeiten im Graben oder in der Nähe von blankstehendem Eisen kommt gewöhnlicher Regenschutz schnell an seine Grenzen.

Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, hilft folgender Beitrag die richtige Regenjacke zu finden und erklärt unter anderem auch was zum Beispiel eine Atmungsaktivität von 10.000 g/m2/24h bedeutet.

Wasserdichte Materialien vs. Wasserdichte Textilien

Wasserdichte Materialien schützen vor dem Eindringen von Wasser von der Aussenseite in die Innenseite. Meist sind aber bei Textilien die einzelnen Nähte anfällig, sodass trotzdem Wasser durchsickert. Daher kann ein wasserdichtes Material so vernäht sein, dass das fertige Kleidungstück nicht mehr wasserdicht ist. Somit sind zum Beispiel sämtliche Softshell-Jacken nicht wasserdicht (da die Nähte von innen nicht abgedichtet sind), während das eigentliche Material jedoch wasserdicht ist. Fälschlicherweise werden Softshell-Jacken oft als wasserdicht bezeichnet. Die Regenjacken von Ernesto Vargas® hingegen sind komplett wasserdicht da die Nähte von innen zusätzlich abgedichtet sind (sogenannte „vertapete Nähte“).

Was bedeutet Wassersäulendruck?

Bei wasserdichten Textilien wird die Wasserdurchlässigkeit mit dem Wassersäulendruck angegeben, der in Millimetern pro Quadratzentimeter pro Stunde angegeben wird. Die Angabe des Wassersäulendrucks, beispielsweise 8.000 mm, beschreibt die Wassermenge in Millimetern pro Quadratzentimeter, die ein Stoff pro Stunde aushalten kann, bevor das Wasser durch das Material dringt. Das sieht dann so aus: Wassersäule: 8.000mm.

Kein Stoff ist 100% wasserdicht

Kein Stoff bietet 100%-igen Schutz vor Wasser. Je höher der Wasserdruck auf dem Stoff, desto mehr Wasser dringt hindurch. Wenn der Wassersäulendruck unter 10.000 mm ist, kann das Wasser durchdrücken, zum Beispiel wenn man sich mit einer Regenhose auf einen nassen Stuhl setzt. oder sich in eine Pfütze kniet.

Atmungsaktivität

Die Atmungsaktivität beschreibt, in welchem Mass ein Material in der Lage ist, Wasserdampf von der Innenseite nach aussen zu transporten. Diese wird in MVP = moisture vapour permeability angegeben.

5.000 mvp bedeutet also, dass 5 Liter Wasserdampf pro Quadratmeter innerhalb von 24h von innen nach aussen transportiert werden können. Je höher die Zahl, desto höher die Atmungsaktivität und umso angenehmer ist es in der Kleidung zu arbeiten.

Unterschiedliche Wassersäulen

Wassersäulendruck 2.000mm bis 5.000mm

Auf dieser Ebene eignet sich die Regenbekleidung für den täglichen Gebrauch in der Freizeit. Normalerweise handelt es sich um Regenbekleidung aus Polyurethan (PU).

Wassersäulendruck 5.000mm bis 20.000mm

Diese Kategorie eignet sich für Handwerker und Landwirte, die Wert auf hohen Tragekomfort legen und den ganzen Tag trocken bleiben möchten. Diese Kleider werden meist aus Polyurethan (PU), Polyester (PES) mit Membrane oder Polyvinylchlorid (PVC) gefertigt.

Zusammenfassung:

  • Wenn bei einem Textil 5.000mm / 5.000mvp (oder 5.000mm & 5.000 g/m2/24h) steht, weist es darauf hin, dass das Produkt einem Druck von 5 Metern Wassersäule standhält und 5 Liter Dampf je 24 Stunden durchlassen kann.
  • Bei Wasserdurchlässigkeit und Atmungsaktivität gilt Folgendes: mehr ist mehr! Jedoch gilt es darauf zu achten, dass Kleidung mit sehr hoher Wasserdichtigkeit nicht mehr sehr atmungsaktiv ist.
  • Regenbekleidung aus PVC ist am wasserdichtesten, jedoch schwer und sperrig.
  • Polyester- und PU-Regenbekleidung sind im Vergleich zu PVC etwas dünner und dehnbar (Stretch) und fühlen sich daher angenehmer an.