Hitze, Funken, Flammen – EN ISO 11611 und 11612 im Vergleich

Einleitung

Wer in der Industrie oder im Handwerk arbeitet, stösst unweigerlich auf zwei Zahlenkombinationen: EN ISO 11611 und EN ISO 11612. Beides klingt nach “Hitzeschutz”, doch der Teufel steckt im Detail. Damit Sie nicht im falschen Dress ins Schwitzen kommen, erklären wir hier, wer welchen Schutz braucht.

EN ISO 11611: Der Spezialist für Schweisser

Diese Norm ist massgeschneidert für alle, die mit dem Schweissbrenner hantieren. Hier geht es nicht nur um Hitze, sondern vor allem um mechanischen Schutz gegen geschmolzene Metallspritzer.

  • Das Ziel: Funken und flüssiges Metall sollen vom Stoff abperlen wie Wassertropfen von einer Lotusblüte.
  • Die Besonderheit: Die Kleidung muss so konstruiert sein, dass sich keine Metallspritzer in Falten oder Taschen verfangen können.

Das offizielle Icon: Eine Flamme neben einem vertikalen Strich, auf den Punkte (Funken) prallen.


EN ISO 11612: Der Allrounder gegen Hitze und Flammen

Diese Norm ist wesentlich breiter gefasst. Sie ist für Arbeiter gedacht, die einer kurzzeitigen Flammeinwirkung oder verschiedenen Arten von Hitze ausgesetzt sind – aber nicht zwingend schweissen.

  • Die Schutzfaktoren (Code-Buchstaben): Hier wird genau unterschieden, wogegen geschützt wird:
    • A: Begrenzte Flammenausbreitung (das Material brennt nicht weiter).
    • B: Konvektive Hitze (Schutz vor heisser Luft).
    • C: Strahlungswärme (wie bei einem glühenden Ofen).
    • D/E: Spritzer von flüssigem Aluminium oder Eisen.
    • F: Kontakthitze (wenn man eine heisse Oberfläche berührt).

Das offizielle Icon: Eine einzelne Flamme in einem Rahmen

Werden Sie zum Leuchtturm – Die EN ISO 20471 einfach erklärt

Einleitung

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Warnkleidung auf Baustellen oder an Strassen so extrem auffällig ist? Das ist kein Zufall und auch keine modische Entscheidung, sondern pure Physik im Dienste Ihrer Sicherheit. Die Norm EN ISO 20471 regelt weltweit, wie hochsichtbare Warnkleidung beschaffen sein muss, damit Sie bei jedem Licht gesehen werden.

Warum das “Gesehenwerden” Leben rettet

Egal ob bei Tageslicht, in der Dämmerung oder bei Nacht: Wer im Gefahrenbereich arbeitet, muss auffallen. Die Norm unterscheidet dabei zwischen zwei Materialien, die im Team arbeiten:

  1. Fluoreszierendes Material: Das sind die knalligen Farben (meist Gelb, Orange oder Rot), die UV-Licht in sichtbares Licht umwandeln. Sie sorgen dafür, dass Sie am Tag und in der Dämmerung extrem gut auffallen.
  2. Reflektierendes Material: Das sind die silbernen Streifen. Sie werfen das Licht von Scheinwerfern direkt zur Quelle zurück – ideal für die Nacht.

Die drei Klassen der Sichtbarkeit

Je nach Risiko wird die Kleidung in drei Klassen unterteilt. Die Faustregel lautet: Je schneller der Verkehr oder je höher die Gefahr, desto mehr Signalfläche wird benötigt.

  • Klasse 1: Niedrigste Stufe (z.B. für Besucher auf Parkplätzen).
  • Klasse 2: Mittlere Stufe (z.B. für Lieferanten oder Arbeiten bei langsamem Verkehr).
  • Klasse 3: Höchste Stufe (z.B. für Autobahnbaustellen oder Rettungskräfte). Hier müssen oft Jacke und Hose kombiniert werden, um die nötige Fläche zu erreichen.

Profi-Tipp: Tragen Sie die Warnweste niemals offen! Nur wenn sie geschlossen ist, umschliessen die Reflexstreifen Ihren Körper komplett und machen Sie aus jedem Winkel erkennbar.

Hinweis: bei kleinen Grössen (z.B. S oder XS) kann es gut sein, dass die Zertifizierung eine Stufe tiefer ist, da die nötige Fläche für die Zertifizierung zu klein ist.

Warnschutzkleidung Klasse 1



Warnschutzkleidung Klasse 3